Souvenir Couture
D.I.Y.
Dinge, die die Welt nicht braucht, gibt es einige. Ganz weit oben auf meiner Sinnlos-Liste stehen definitiv Urlaubsshirts. Und dennoch bin ich sicher, dass beinahe jeder Haushalt mindestens eines besitzt.
Ich schließe mich da selbstverständlich nicht aus, denn irgendwie hat man auf Reisen den natürlichen Drang danach, etwas Harmonie und Freude mit nach Hause bringen zu wollen. Dabei verhält es sich ähnlich wie mit Ferienlagershirts. Wieder in heimischen Gefilden angekommen landen die Mitbringsel dann meistens ganz hinten im Schrank und geraten in Vergessenheit. Wer will schon mit T-Shirts voller Unterschriften von Leuten, deren Namen man meistens schon nach 3 Wochen wieder vergessen hat, oder mit peinlichen Vergnügungspark-Werbe-Klamotten rumlaufen?!
Dass diese armen, ungeliebten Dinger vielleicht aber doch eine zweite Chance verdient haben, zeigt mein kleines Souvenir Couture DIY.
Das limetten-, bis neongrüne Shirt stammt aus Santo Domingo und mir gefiel besonders die grelle Farbe.
Der ausgewaschene Schriftzug musste weichen. Aber fangen wir von vorne an…
Flower Tuck Skirt
Vorher:

Da ich dem Colour Blocking absolut verfallen bin, egal ob das schon längst keiner mehr sehen möchte, wählte ich einen leichten Stoff in Mint.
1) Ich schnitt den unteren Teil des Shirts, sowie zwei breite Streifen Stoff ab, die ich dann in der Mitte faltete.

2) Den vom Shirt abgeschnittenen Teil drehte ich auf Links und steckte zunächst die Enden des einen Streifens an den Seitennähten fest. Dabei ließ ich jeweils ein kleines Stück über stehen. Dann suchte ich mir die Mitte des Streifens als dritten Fixpunkt und steckte ihn ab.

3) Um hinterher einen halbwegs gleichmäßigen Faltenwurf zu haben, steckte ich danach immer wieder die Mitte der losen Stoffbahn fest.

4) Die abgesteckte Stoffbahn nähte ich mit der Nähmaschine fest und machte die gleiche Prozedur mit dem zweiten Stoffstreifen auf der Rückseite. Dann nähte ich die beiden Teile an der Seitennaht, an der ich jeweils ein Stückchen Stoff habe überstehen lassen, (siehe 2) zusammen.

5) Das Ganze sah dann etwa so aus:
(Volants oben, Shirtsaum unten)

6) Nach einer Anprobe nähte ich den Rock an den unteren Enden noch etwas enger, damit er schön anliegt.

Da, wo der Jersey-Stoff auf die Volants trifft, hält ein Gürtel den Rock. Der Faltensaum fällt locker darüber.
Und so sieht der fertige Flower Tuck Rock aus:
Wer jetzt denkt, mit den letzten Überresten des Urlaubsmitbringsels wäre nichts mehr anzufangen gewesen, täuscht sich…
Colour Blocking Dress
Vorher:

1) Den Magenta-farbenen Stoff faltete ich der Länge nach in der Mitte und nähte mir einen dopellagigen Schlauch daraus. Auf diese Weise habe ich hinterher lediglich eine Naht auf dem Rücken und spare mir Seitennähte oder den Aufwand, die unteren Ränder zu einem Saum umnähen zu müssen.

2) Mit einem großen Teller markierte ich einen Halbkreis auf dem Oberteil des Shirts, unter welchem der Schriftzug verschwand.

3) Schließlich schnitt ich an der Markierung entlang.

4) Dann steckte ich den Stoffschlauch an dem ausgeschnittenen Teil entlang fest. Die Naht platzierte ich mittig auf dem Rücken. Dann nähte ich das Ganze mit der Nähmaschine fest und fertig war das Colour Blocking Kleid.
So macht Recycling doch wirklich Spaß!!!
<3 Anne

















































