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I Am Kloot

Review

I Am Kloot, 26.03.2010 (Lido, Berlin)

Ohne die üblichen Rituale (nochmal sämtliche Alben durchhören und auf youtube Live – Konzerte gucken, etc.) machten wir uns an diesem ersten schönen Frühlingsabend auf den Weg zum I Am Kloot Konzert, für das wir eher aus einer Laune heraus eine knappe Woche vorher Karten bestellt hatten.
Keine Erwartungen sind vor Konzerten ja bekanntlich die besten!

Darauf, dass dies eine „Erwachsenen – Veranstaltung“ werden würde, war ich vorbereitet.
Dass das im Durchschnitt etwa 35 Jahre alte Publikum zu erschreckend großen Anteilen aus alternativen und „ökologisch bewusst lebenden Individuen“ bestehen würde wunderte mich jedoch.

„I Am Kloot, verdammt! Das ist doch diese ewig saufende und qualmende Band, deren Sänger einem im Minutentakt zuprostet, während er Lieder vom Alleinsein singt!“, ärgerte ich mich, doch bereits der Opener „From Your Favourite Sky“ schien den übermäßig heißen Saal mit den Zeilen: „So what is love? And who am I, to dare to pull the stars from your favourite sky?“ einzuschmelzen! Binnen der ersten Noten fand ich mich in einer sich umarmenden Pärchen-Formation wieder.
Da saß also diese mittlerweile betagte Männer – Band, Geschichten von schmerzhaften Trennungen, von der Stille am Meer, vom Alltag, erzählend und jeder im Publikum schien genau zu wissen, worum es gerade ging…
Diese Atmosphäre lässt sich kaum wiedergeben ohne schmalzig oder theatralisch zu klingen!
Mit einer perfekten Mischung aus Klassikern, brandneuen Stücken und den altbewährten Ansagen: „This is a song about drinking… and disaster.“ bewiesen I Am Kloot einmal mehr, dass Authentizität die höchste Prämisse eines jeden Musikers sein sollte, und dass es keine Rolle spielt, wie dämlich man sich in Momenten der Gefühlsduselei vorkommt, denn es ist was es ist und alles andere ist Fassade.

I Am Kloot live:

Sa., 27.03. – Hamburg
So., 28.03. – Köln
Di., 30.03. – Holland, Nijmegen

Anne